Destiny – Langzeitmotivation? Fehlender Content? Ein Fazit nach einem Jahr.

Gepostet von am Oktober 4, 2015 in @Homepage, Games von A-Z, Off-Topic | Keine Kommentare

Beinahe seit Release zocke ich hin und wieder Destiny auf der PS4. Bis jetzt habe ich mir beide DLCs geholt und auch durchgespielt (Edit: Taken King fehlt – alter Post). Früher habe ich sehr viel Zeit mit Ego-Shooter Games verbracht – heute ist dies eher selten der Fall. Als ich jedoch Destiny mal ausprobiert habe, war ich sehr von diesem Stil angetan. Es gab Zeiten, da hätte ich nicht gedacht, dass mich ein Ego-Shooter jemals wieder so begeistern kann. Die RPG-Elemente gefallen mir sehr gut. Nur… das Ganze erinnert mich irgendwie an die Anfangszeiten von Diablo 3. In anderen Worten: Wo ist der Content? Was um alles in der Welt soll mich über längere Zeit motivieren, das Game weiterhin zu spielen?

 

Strikes

Diese kurzen Trips zu viert sind am Anfang eigentlich noch ganz witzig. Über die automatische Spielersuche wird in Kürze ein Team zusammengewürfelt und nachher per Zufall-System eine „Map“ gewählt. Es gibt jedoch nur etwa 10 verschiedene Maps –  wenn überhaupt. Komischerweise ist das Zufalls-System so schlecht, dass zu 90% dieselbe Map kommt (… mit den selben Gegnern, an den selben Stellen). In MMORPGs würde man dies Instanzen nennen. Nur dort wird mehr Zusammenspiel verlangt und man hat eine viel grössere Auswahl oder man kann selbst wählen, welche Instanz man spielen will – das geht bei Destiny nicht. Man kann zwar einen Strike gezielt auswählen, dann aber ist das Level bereits festgelegt und 90% aller Strikes bringen dann sozusagen nichts, weil nur Schrott droppt. Also weicht man auf die Strike-Playlist aus (grundsätzlich eine nette Idee) aber dort wird der Strike nach Zufalls-Prinzip ausgewählt und man spielt meistens denselben, langwierigen Strike (so war meine Erfahrung) – habe mittlerweile knapp 100 Strikes gespielt.

 

Raids

Eine weitere Möglichkeit wären dann die Raids. Hier braucht man jedoch 6 Spieler. Und diese Raid-Gruppe lässt sich nicht automatisch zusammenwürfeln, wie das in den Strikes der Fall ist, sondern, man muss sich die Leute selber suchen. Während man in MMORPGs dies einfach mittels einem Chatchannel bewerkstelligen kann, geschieht dies in Destiny über… ja jetzt wird’s mühsam, z.B. über Facebook-Seiten, offizielle Destiny-Website oder andere Webseiten die extra dafür geschaffen wurden. Die Raids haben etwa soviel Boss-Mechanik wie jeder andere Boss in einer normalen Instanz in einem durchschnitts MMORPG. Das trifft sich jedoch gut, denn in Destiny hat’s auch überaus viele unfähige Spieler. Ach ja, bevor ich’s vergesse, zum aktuellen Zeitpunkt gibt’s sogar ganze 2 Raids. Ja 2 (wobei den zweiten musste man sich mit dem ersten DLC zusätzlich kaufen!) – wohlgemerkt, das Game ist nun beinahe ein ganzes Jahr auf dem Markt. (Edit: Nun, mit dem neusten Expansion gibt’s einen weiteren Raid – jetzt sind’s 3 insgesamt. Boah, da verliert man doch glatt die Übersicht.)

 

Story- & Nebenmissionen

Zu der Story kann ich eigentlich nicht viel sagen. Tiefgründig ist sie ganz und gar nicht. Du spielst als Hüter und bist damit beauftragt das Böse zu töten, welches sich im ganzen Sonnensystem breitgemacht hat- ach ja… der Mars und die Venus sind mittlerweile bewohnbar. Jedenfalls hat man die Missionen sehr schnell durch und haben auch ebenfalls sehr wenig Wiederspielwert, denn diese sind ebenfalls nicht dynamisch und man weiss bereits was hinter der nächste Ecke lauert. Die beiden DLCs haben so wenig Missionen nachgeliefert, dass man diese jeweils sogar an einem Abend bereits wieder durchgespielt hat. Ich finde es nun nicht wirklich schlimm wegen der flachen Story. Wenn ich Story will, dann spiele ich ein richtiges RPG. und kein Shooter.

 

PvP

Der Ganze PvP-Content interessiert mich nicht wirklich. Als Gelegenheitsspieler werde ich nie auf dem Level sein, wie Leute, die mehr Zeit dafür investieren können. Zudem hab ich es als Jäger (schlechte Defensive) noch ein wenig schwieriger als andere Klassen. Meine Gegner sind meistens schon nur wegen dem breiteren Waffenarsenal überlegen. Von den Spielmodis her ist man aber ganz gut bedient – aber auch nicht besser als in jedem anderen Ego-Shooter, die ich bis jetzt gespielt habe. Zudem habe ich mal gelesen, dass es gewisse Adapter zu kaufen gibt, welche einem den Anschluss einer Maus und Keyboard ermöglichen. Dies verschafft natürlich einen grossen Vorteil. Wenn man mal längere Zeit einen Shooter am PC gezockt hat, weiss man, dass ein Controller-Spieler niemals diese Genauigkeit und Schnelligkeit erreichen kann. Das Ganze macht den PvP-Content ebenfalls noch ein wenig uninteressanter – was mich wie gesagt auch nicht wirklich juckt, denn die ganze PvP-Sparte liegt nicht in meinem Interessensgebiet.

 

Hier noch ein paar Eindrücke zur Grafikpracht, welche überzeugt! Die Farben und Lichteffekte machen Laune! Auch die Waffen sind grundsätzlich gut designed. Nur einzig die Lackierungen der Waffen sind teils ein wenig… kunterbunt. Ein rosa-farbenes Sturmgewehr sieht irgendwie komisch aus. Möglicherweise gefällt’s den weiblichen Mitspielerinnen ^^; Ich steh dann schon eher auf die konventionelleren Ausführungen.

Destiny4 Destiny2 Destiny1 Destiny3

 

Nun was kann man noch machen? Beutezüge? Die wiederholen sich grundsätzlich auch immer und sind keineswegs dynamisch. Wenn man Patrouillen durchführt kann man zudem noch kleine Missionen erledigen – das mit dem Wiederholen, wiederholt sich leider auch dort.

Mittlerweile ist ein neues Expansion erschienen (Taken King). Dies hab ich noch nicht ausprobiert. Der Release-Zeitpunkt wurde nicht wirklich weise gewählt, da genau 2 Wochen vorher Metal Gar Solid 5 erschienen ist. Von einem Freund habe ich erfahren, dass das Game anscheinend verbessert wurde und mittlerweile auch ein wenig mehr Content bietet. Diesen Content hätte man jedoch bereits zum Release erwarten dürfen, denn mit 500 Millionen US-Dollar Budget ist Destiny das teuerste Entertainmentprodukt aller Zeiten. Er hat aber auch erwähnt, dass das Game insgesamt viel einfacher wurde, was mich persönlich stört. Ich mag es wenn die Games fordernd bleiben – in allen Bereichen.

Ich denke, dass das Game über längere Zeit nur motivieren kann, wenn man es mit Freunden oder in einem Clan spielt. Solo-Spieler werden nicht so lange den Gefallen daran finden. Ich persönlich spiele es hin und wieder mit einem Freund (dann mit Headset) – tagtäglich muss ich es aber sicher nicht haben. Aber wenn ich mal Lust habe „ego-mässig“ rumzuballern dann geschieht dies in Destiny.

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